Wie alles anfing.

 

Seit ich mich erinnern kann, liebe ich große Hunde. Tom habe ich "infiziert", als ich ihm davon erzählte, vor vielen Jahren den Job als Kindermädchen nur angenommen zu haben, weil die Familie vier blaue Doggen hielt.

Nun ja, der Job ging, aber die Liebe zur deutschen Dogge blieb.

Im Winter 2003 war es dann soweit. Da standen wir und sahen sieben Welpen, die alle wie ein Knäuel zusammen lagen - bis auf einer - der saß ganz allein und ein Stückchen vom Wurf entfernt.

So haben wir beschlossen, dass wir genau diesen Rüden bei uns aufnehmen wollten.

Heute über sieben Jahre später, wissen wir, dass es die beste Entscheidung war, die wir haben treffen können, denn Sinclair entpuppte sich zu einem wahren Traumhund.

Als er bei uns einzog, wussten wir noch nicht, dass seine Hinterläufe keineswegs normal waren. Ebenso wenig wussten wir von seiner Hüftdisplasie zweiten Grades. Wir waren eben noch total unerfahren. Erst unser Tierarzt informierte uns über seinen tatsächlichen Zustand.

Vermutlich entstand aus diesem Grund ein Band zwischen uns, das mit jedem Jahr dicker und fester wurde. Auch Silva hat ihn sehr gemocht. Vor allem nachdem sie täglich feststellen musste, dass der Kleine ja immer noch da war. Sie übernahm schließlich seine Erziehung und brachte ihm bei, wie sich ein Hund zu benehmen hat.

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Wie alles anfing.

 

Ursprünglich hatten wir vorgehabt, Sinclair als Therapiehund ausbilden zu lassen, denn er kam ja täglich mit mir zur Arbeit. Damals war ich als Heimleitung in einem Alten- und Pflegeheim tätig, hatte ein großes Büro und sehr liebe Kollegen. Es passte alles ganz hervorragend.

Als wir allerdings über seinen gesundheitlichen Zustand bescheid wussten, war es für uns ganz klar, dass eine so anstrengende Ausbildung für Sinclair nicht in Frage kommen würde. Wir beließen es dabei und entschlossen, diverse Kommandos, wie etwa »sitz« einfach wegzulassen.

Für Tom und mich war es nicht immer leicht, mit der Krankheit von Sinclair leben zu müssen. Ich erinnere mich gut daran, wie häufig wir heulend vor dem Tierarzt standen und glaubten, dass er nie wieder richtig Laufen könne. Aber irgendwie haben wir es immer wieder hinbekommen, so dass er mit kleinen Einschränkungen doch Hund bzw. Dogge sein konnte.

So lebten wir sieben Jahre in absoluter Eintracht zusammen und dachten nie daran, wie schnell ein Ende kommen kann.

Am 23. Dezember 2009 nahm dann die Tragödie ihren Lauf und endete jäh damit, dass wir ihn 18 Tage später einschläfern mussten, weil zu seiner schweren Lungenentzündung ein Nierenversagen hinzukam.

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